Parteien zur Bildungspolitik

Podiumsdiskussion der GEW SL – FL  im Kreishaus am 16.3.2017

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellten die Parteien am 16. März 2017 ihre Positionen und Schwerpunkte für die Zeit nach der der Wahl am 7. Mai. 2017 vor. Nach einem kurzen Statement der jeweiligen KandidatInnen wurden prägnante Schlagworte schriftlich festgehalten und im Anschluss an die Diskussion von den ZuhörerInnen bewertet.

Im Einzelnen positionierten sich die PolitikerInnen wie folgt:

U. Schröder von den Linken setzt sich für kostenlose Bildung auf allen Ebenen ein, fordert eine Schule für alle sowie Inklusion als ein Recht ohne Verpflichtung.

M. Habersatt von der SPD kennzeichnet seine Schwerpunkte wie folgt: Ausbau des Ganztagsangebotes, die Berücksichtigung eines Sozialindexes bei der Verteilung von Ressourcen sowie den Ausbau der Inklusion.

T. Loose von der CDU ließ die Begriffe „Unterrichtsgarantie“, „mehr Zeit für Bildung“ mit einer Rückkehr zu G9 sowie „Qualität“ und „Leistung“ auf seinem Plakat fixieren.

F. Mey von den Piraten tritt für eine bessere Unterrichtsversorgung, stabile Verhältnisse in der Schule sowie den Ausbau der Nutzung digitaler Medien ein.

A. Klahn von der FDP fordert die Wahlfreiheit bei G8 / G9, eine 105%-ige Unterrichtsversorgung sowie A 13 auch für die Grundschullehrkräfte.

J. Waldinger-Thiering vom SSW steht ebenfalls für A 13 für Grundschullehrkräfte ein, fordert bessere Arbeitsbedingungen für ErzieherInnen und möchte keine „Rolle rückwärts“ bei der Inklusion.

Auf dem Plakat von A. Erdmann von den Grünen fanden sich die Schlagwörter der 100%-igen Unterrichtsversorgung (plus Bonus), Verbesserung der Qualität im Bereich der Inklusion sowie Maßnahmen zum Ausbau einer gesunden Schule für alle am Lernort Schule. Diese Position wurden von den ZuhörerInnen nach der Podiumsdiskussion mit dem meisten positivem Zuspruch bewertet.

A. Henke von der GEW, ebenfalls im Feld der PolitikerInnen auf dem Podium vertreten, forderte verbesserte Arbeitsbedingungen für alle in der Bildung Beschäftigte. Diese Forderung setze deutlich mehr Investitionen in diesem für die Gesellschaft so wichtigem Zukunftsfeld voraus. Zudem forderte sie die Anhebung der Gehälter auf A 13 für die Grundschullehrkräfte.

In der anschließenden Diskussion wurde von keinem der Podiumsmitglieder die Anhebung der Gehälter der Grundschullehrkräfte in Frage gestellt. Von allen wurde eine Anhebung als zukünftig durchsetzbar angesehen; auf den genauen Zeitpunkt wollte sich jedoch niemand festlegen lassen.

Unterschiede – ibs. zwischen den derzeitigen Regierungsparteien und der CDU – gab es bei der Bewertung des dualen Bildungsangebotes im Bereich der Berufsschule. Dieser Bildungsgang werde zugunsten des Rechtes, allen SchülerInnen das Abitur zu ermöglichen, laut Aussage von T. Loose derzeit sträflich vernachlässigt. Diesem widersprachen die oben zuerstgenannten Parteien. Sie sehen u.a. die Wahlfreiheit der SchülerInnen als hohes Gut an und verwiesen auf verschiedene Maßnahmen innerhalb der letzten Legislaturperiode zur Stärkung der beruflichen Bildung.

Differenzen gab es auch bei der Wiedereinführung von G9 als alleinige Schulform an den Gymnasien. Die Regierungsparteien möchten nicht an den zzt. herrschenden Verhältnissen rühren und somit eine gewisse ‚Ruhe’ an den Schulen einkehren lassen, wohingegen die CDU zurück zu G9 will.

Der Kandidat der CDU, T. Loose, möchte zudem eine Rückkehr zur verstärkt fachlichen Ausrichtung in den Fächern MINT und Weltkunde an Schulen des Sekundarstufen-bereiches anstreben. Die von den Fächern zusammengefassten Inhalte sollen nicht mehr gemeinsam in Blöcken, sondern wieder in getrennten Fächern wie Erdkunde, Geschichte, etc. unterrichtet werden. Damit soll die Qualität der Naturwissenschaften verbessert werden. Dieser Ansatz müsse sich auch in der Lehrkräfteausbildung niederschlagen – die fachliche Ausrichtung müsse wieder mehr im Vordergrund stehen.

In den einzelnen Schularten, Gemeinschaftsschule sowie Gymnasium, sollte es zudem unterschiedliche Schwerpunktsetzungen geben: Das Gymnasium habe eher den wissenschaftlichen Anspruch zu vertreten, die Gemeinschaftsschulen vorrangig den praktischen Anteil zu lehren. Nahezu alle Parteien widersetzten sich dieser Argumentation vehement und sahen eine Rückkehr zu längst überwunden geglaubtem Gedankengut.

Obwohl es zu Beginn im Kontext der Frage der Bezahlung der Grundschullehrkräfte zunächst nach hoher parteiübergreifender Übereinstimmung aussah, zeigten sich gegen Ende der Diskussion deutliche Differenzen. Mit der Erwähnung dieser Differenzen sei dem jedoch genüge getan; eine detaillierte Wiedergabe der Diskussion ist aufgrund der gebotenen Kürze dieses Schreibens nicht möglich. Jeder/jedem wird ein Blick in die Wahlprogramme der Parteien anempfohlen, um sich selbst ein detaillierteres Bild als dieses Schreiben es zulässt. zu bilden. Die Links zu den jeweiligen Programmen sind angefügt.

Die Links zu den bildungspolitischen Teilen im Wahlprogramm der Parteien unserer Diskussionsrunde. Beim SSW liegt leider nur eine Verlinkung zum Entwurf des Wahlprogrammes vor.

FDP:   http://www.fdp-sh.de/fdp/wahlprogramm/fdp-schleswig-holstein

SPD:   https://www.spd-schleswig-holstein.de/inhalte/die-spd-sorgt-fuer-gute-bildung/

CDU:   https://www.cdu-sh.de/artikel/kapitel-2-verlaessliche-bildung

SSW:  http://www.ssw.de/fileadmin/user_upload/Master_valgprogram_2017_v2.0_-_Version03.11.2016.pdf

  • ab Seite 6 ff.

Die Linke:   https://www.linke-sh.de/landtagswahl-2017/wahlprogramm/konsequent-fuer-gute-bildung-und-bessere-ausbildungsbedingungen/

Bündnis 90/ Die Grünen   http://sh-gruene.de/files/ltw-programm2017_final_web_klein.pdf

Die Piraten:     https://landesportal.piratenpartei-sh.de/landtagswahl-2017/landeswahlprogramm-2017/bildung/

  • ab Seite 44 ff.

 

 

 

 

 

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